| Unterrichtsequenz Rhetorik und Auftrittskompetenz |
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Es gibt Tage, an denen man lieber zuhause bleiben würde, um die Wärme der Decke zu geniessen. Erst recht, wenn man an jenem Wochentag gar nicht aufstehen müsste. Die KZB hat diesen Samstag die Schüler, Lehrer und Eltern aus dem Bett gelockt und zu einem ungewöhnlichen Besuchstag eingeladen: Die Eltern drücken die Schulbank, während die Kinder als Lehrer auftreten. Was da alles passieren kann… Das Fach R+A ist eines der mysteriösesten Fächer der KZB. Viele Schüler zittern vor der ersten Lektion aus Angst, etwas Schlimmes zu erleben. Tatsächlich ist dieses Fach nicht so harmlos, wie es scheint. „Rhetorik und Auftrittskompetenz“ ist für einige das Überwindungsfach. Viele wissen gar nicht, wie schwierig es ist, sich richtig auszudrücken. Einerseits ist die Wortwahl wichtig, doch die Stimme spielt fast die grössere Rolle. Hans Zweifel, der als Vater die Schule besucht, ist sich dank dieser kurzen Lektion bewusst geworden, wie wichtig die Stimmmodulation ist. Um den Eltern klar zu machen, was man sich unter Stimmmodulation überhaupt vorstellen soll, wie man sie einsetzt und was sie bewirkt, haben sich die fünf Schüler der Klasse F2b etwas Besonderes vorgenommen. Die neuernannten Rhetoriklehrer tischen den Eltern ein Ballspiel auf. Die Gruppe ist ziemlich gespalten, die einen sind vorbereitet, die anderen schauen verwirrt durch den Raum. Das Spiel fängt an: Der Ball fliegt hin und her. „Hey du!“. „Wer? Ich!?“. „Ja. Du!“. „Nein. Du!“. Acht kurze Wörter, die auswendig ausgetauscht werden, vollgepackt mit Gefühlen. Wer hier schauspielerisches Talent beweist, hat die ganze Geschichte verstanden. Die meisten bestehen diese Aufgabe mit Bravour und schicken den Ball mal aggressiv, mal gelangweilt oder mal gestresst durch den Raum. Dass die Erklärung der Spielregeln am Anfang nicht ganz klar war, erweist sich ziemlich schnell. Einzelne Familien haben Mühe mitzuhalten, dabei wäre es nicht einmal so schwierig, wenn man es gut erklärt. Natalia Zeidenberg scheint das Spiel lustig zu finden. Ihrer Meinung nach wird die Idee der verschiedenen Stimmlagen so verständlicher und viele machen dann auch richtig mit, da man denn Ball zugeworfen kriegt und ihn nicht einfach weitergeben kann. Frau Morf, die R+A-Lehrerin, ist mit ihren Schülern zufrieden. Das Ganze hätte ein wenig besser organisiert werden können, aber sie hätten bewiesen, dass sie improvisieren könnten. Improvisation ist in unserem Alltag sehr wichtig. „Reaktion“ kann man hier als Synonym brauchen. Als am Ende des Spieles noch einige Minuten übrig sind, entscheidet sich Cristina dafür, den Eltern das vorzuführen, was sie in den letzten Lektionen gemacht haben: Ohne Worte kommt ein Schüler nach dem anderen nach vorn und zeigt vor, wie er sich an einem „Sch…-Tag“ nonverbal ausdrückt. Das Ergebnis: Eltern erkennen in dieser Übung ihre Kinder wieder und stellen so fest, dass Ausdruck, wenn auch gewohnt, gar nicht so einfach ist. Tatjana Rüegsegger, F2b |



